Atelier Mondial

Felix

Reinhuber

Felix Reinhuber war zuletzt Finalist für Lyrik beim Open Mike 2020 in Berlin und arbeitet an seinem ersten Gedichtband. Der Arbeitstitel schatten-impulse umfasst bereits eine Ambivalenz zwischen negativen und positiven Assoziationen: schatten sind in unserer Kultur zunächst mit viel Verdrängtem und Gefürchtetem verknüpft, unter anderem mit Melancholie bzw. Depression – psychische Zustände, die zunehmend (wieder?) entstigmatisiert werden, deren weite Verbreitung immer offener erkannt wird und deren poetische Erkundung und Reflexion im inhaltlichen Zentrum seines Bandkonzeptes stehen. Die Verknüpfung mit impulse wiederum legt nahe, dass Schatten als/und Depressionen auch positiver gesehen werden können: unter anderem als Quelle für Kreativität. Historisch hat zum Beispiel die Renaissance diese Verknüpfung zwischen Melancholie und schöpferischem Impuls stark betont. Er versteht sein Dichten als Fortführung dieses jahrhundertelangen ambivalenten Diskurses – aber im Sinne einer Aktualisierung durch die Auseinandersetzung mit Begriffen und Konzepten von zeitgenössischer Psychologie und Neurowissenschaft.

schatten sind nicht zuletzt auch die schwarzen impulse der Lettern und Zeichen auf der weißen Seite. Diese Materialität von geschriebener Sprache – zum Beispiel auch im ästhetischen Potential der Interpunktion – ist immer wieder Initialzündung für die formal experimentelle Seite seiner Gedichte. Sie entstehen oft an einer gedanklich-stilistischen Schnittstelle zwischen Lyrik und bildender Kunst.

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Paris

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Paris

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18, rue de l'Hôtel de Ville
F- 75004 Paris

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Zum Autor

Herkunft: Freiburg, Deutschland

Literaturstipendium: Paris, Januar - März 2022