Atelier Mondial

Urs

Aeschbach

Wie oft hat mir mein Vater - auf durchaus liebenswürdige Weise - vorgehalten, masslos zu übertreiben!

Die Verschiebung der Massstäblichkeit, das Modellartige, das Übersteigerte, das auf Zufall Basierende scheint ein Grundzug meiner Malerei zu sein. Ich suche es nicht per se, es stellt sich wie von selbst ein und findet im Bild seinen ausformulierten Abschluss. Dabei ist mir doch das Erzählen und Fabulieren schon damals in der Kunsthochschule, im calvinistischen Genf, radikal ausgetrieben worden. Nicht dass ich alles im Kopf erfinden und auf die Leinwand bringen würde. Ich lasse mich vielmehr von fotografischen Vorlagen inspirieren, von Abbildungen, die ich in Zeitschriften oder im Internet gefundenen habe oder von eigenen Fotos. Sie dienen mir als Ausgangspunkt für ein Bild oder sie werden gleich mehr oder weniger fotogetreu in Malerei umgesetzt. Manchmal sind sie im Bild nicht wiederzuerkennen, da sich ein Bergmassiv beim Malen ohne weiteres zu einem grossen Stein im Aquarium verwandeln kann. Ich bin alles andere als konsequent und zielgerichtet in meiner Arbeit und halte nichts von Bildserien und Werkzyklen. Ich stelle mir keine Aufgaben im Atelier und habe keine Sujets, an denen ich mich abarbeite, obwohl mir in der Malerei ein Faible für Tiere zugeschrieben wird, vor allem für die sogenannt niederen Tiere, aber auch für Hunde, für Bäume und Wälder, Korallenriffe, Architektur und Renaissancemalerei. Wie sich meine Arbeit entwickelt, kümmert mich wenig, solange es ein Abenteuer für mich bleibt. Dazu gehört, dass ich pointilistisch, flächig, in dünner Mehrschichtigkeit oder grob-pastos male, auf grossen oder kleinen Formaten, wie es mir gerade passend erscheint. Nicht die Untersuchung konstituierender Elemente in der Malerei steht für mich im Vordergrund, sondern immer mehr das Malen als eine Form des laufenden Erfindens.
 

 

Taipeh, 2020. Oel auf Malkarton, 24 x 18 cm.
Taipeh, 2020. Oel auf Malkarton, 24 x 18 cm.
Wenn alle Stricke reissen, 2021. Holz, Faden, Metall, Gummi, 250 x 300 x 250cm.
Wenn alle Stricke reissen, 2021. Holz, Faden, Metall, Gummi, 250 x 300 x 250cm.
Greatmore_Kapstadt

VIEW INSIDE:

Atelier Mondial
Südafrika

Pro Helvetia Johannesburg
Swiss Arts Council
Heerengracht Building

PO Box 31523
87 De Korte Street Braamfontein 2017
Johannesburg, South Africa
Tel. +27 11 403 1880
Fax. +27 11 403 1605

johannesburg(at)prohelvetia.org.za
www.prohelvetia.ch/Johannesburg

Weitere Informationen

Zum Künstler

Herkunft: Basel, Schweiz

Atelierprogramm: Kapstadt / Südafrika, Juli - Dezember 2022