Atelier Mondial

Belén

Romero Gunset

Meine Arbeit ist ein kontinuierlicher, lebenslanger Prozess im Grenzbereich zwischen Performance und Philosophie, und ein Prozess, den ich mit Systemen und Diagrammen begleiten kann, mit Installationen, Zeichnungen, Gemälden, Texten, Skulpturen und Videos.

Das Performer*innendasein ist der Ort, den ich gefunden habe, um mich mit der Welt zu verbinden. Es ist das Werkzeug, das ich benutze, um die philosophischen Konzepte, die die westliche Kultur bestimmen, physisch zu verkörpern. Ich thematisiere sie jedoch aus einer queeren und lateinamerikanischen Perspektive, die keine Gewissheiten oder Normen schaffen will, die keine Traditionen respektiert oder oder Stabilität als Tugend begreift, sondern das Thema der Demontage aufbringt um zu integrieren, zu assimilieren und zu transformieren. Sobald ich diese patriarchale und koloniale Ordnung mit meinem Körper verschoben habe, betrachte ich die Kreation als eine Kette, die  Systeme formt, mit einem Geist von fast wissenschaftlichem Charakter, auf der Suche nach neuem Wissen, um Ideen zu verifizieren oder zu widerlegen. Ich mache experimentelle Widerstandstests zu diesen Ideen.

Im Laufe der Jahre habe ich mein eigenes philosophisches System entwickelt. Dieses entstand als Antwort auf die Ethik von Spinoza; aus diesem Dialog verwende ich immer  Begriffe, wie seine Begriffe von Macht oder unglücklichen und heiteren Leidenschaften. Jedem der Begriffskonzepte gebe ich eine Farbe, eine basale geometrische Form und weitere eigene Merkmale. So stehen zum Beispiel die Farbe Blau, das Quadrat und seine abgeleitete Formen für alles, was existiert. Mit jeder Arbeit ist dieses System in der Lage, weitere Variationen oder Möglichkeiten zu benennen, Systeme innerhalb des Systems zu entwickeln und sich selbst in Frage stellen. Was ich in meiner Arbeit tue ist herauszufinden, wie ein philosophisches Konzept signifikant wahrgenommen werden könnte, d.h. wie Ideen strukturiert werden könnten auf der Basis von Denkbildern oder Denk-Bild-Schöpfungen und den Möglichkeiten, diesen zu entkommen.

Mit Hilfe eines solchen Systems kann ich - mittels der Beobachtung von Form, Farbe und sogar der Komposition - die Ideen, die es von allem gibt, was um uns herum exisiert, interpretieren.

Zurzeit arbeite ich an einer Serie von Arbeiten, die den Namen "Querida Maquina" (Liebe Maschine), in welchem ich mein philosophisches System einer künstlichen Intelligenz  anhand von beispielhaften Szenen aus dem Alltag, der Technik- und der Kunstgeschichte beibringe. Für mich wird Humor ausgelöst durch eine wirklich gute Idee. In diesem Sinne begegne ich meinen Performances mit größter Ernsthaftigkeit.
 

 

 

 

Pensar sola es criminal, 2019
Pensar sola es criminal, 2019
La potencia del caos, Performance 2018
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La potencia del caos, Performance 2018